Historia

Juli 2013

Wieder zurück aus Jocotenango. Drei Wochen Guatemala sind dieses Mal sehr schnell vergangen. Es waren intensive Tage, mit alten und neuen Freunden, mit wunderschönen Momenten, geteilten Emotionen & Träumen.

Wir konnten die Planung für die con.hilo escuela, für unser nähtechnisches Ausbildungszentrum weiter vorantreiben. Aus einer Idee ist nunmehr ein handfester Plan geworden, der nächstes Jahr in die Tat umgesetzt werden soll. Wir konnten den Finanzplan für die Einrichtung des Ausbildungszentrums konkret erarbeiten, juristische und administrative Details klären sowie einen groben Lehrplan erarbeiten. Nun wissen wir hier und vor Ort, was die nächsten Schritte sind: Gemeinsam arbeiten wir weiter an dem Lehrplan, sowie an der Beschaffung notwendiger Arbeits- und Lehrmaterialien. Wir, hier in Berlin, arbeiten (neben der kreativen Arbeit) weiter an der Aufstellung und Verbreitung von con.hilo und an der Akquirierung der notwendigen finanziellen Mittel.

Lila Ixcamey, Schneiderin in Jocotenango und zukünftige Direktorin der Nähschule, nutzt die Zeit bis zur Eröffnung um sich selber in verschiedenen Bereichen zu professionalisieren. Wir unterstützen sie dabei die dafür notwendigen Kurse zu besuchen.

Ansonsten war es einfach wunderschön zurückzukehren und viel zeit mit dem Team, den Kindern und Jugendlichen unseres Partnerprojektes Los Patojos zu verbringen. Einmal dort, spüre ich den Geist der positiven Veränderung (auch wenn sich das nun kitschig anhört 🙂 ).

Ich habe abends einen Nähkurs angeboten, in dem die TeilnehmerInnen ein eigenes Kleidungsstück produziert haben. Dabei konnte ich wieder bemerken, wie enorm groß die Nachfrage nach dem professionellen erlernen eines Handwerks ist.

Der Abschied war nicht leicht, ist er nie. Doch diesmal war es ein wenig anders, wusste ich doch, dass die nächsten Schritte erstmal in Berlin zu gehen sind, also dort der richtige Platz ist. Und dass ich bald wieder komme, diesmal mit Taty!

Saludos y hasta muy pronto,

Kathrin

 

April 2013

Ein Jahr con.hilo. Unglaublich! Ende März 2012 haben wir, Kathrin und Taty, zusammengefunden. Eher zufällig, haben sich unsere Wege und Interessengebiete zwischen Mode und Pädagogik gekreuzt, und es hat sofort gefunkt. Über die entstandenen Synergien und den Flow, der von Anfang an da war, schmunzeln wir noch heute. Es gibt eben Dinge, die sein sollen 🙂

Vor einem Jahr ging es also los… den Namen con.hilo gab es da noch gar nicht. Was hat sich getan? Wir haben uns zunächst das Gesamtkonzept vorgenommen und es überarbeitet. Was wollen wir persönlich und als Team erreichen? Wo sehen wir unsere Verantwortung, wo hört sie auf? Was treibt uns an und wie stellen wir uns das Projekt in 5 Jahren vor? Es war uns wichtig eine klare und transparente Struktur vor Augen zu haben bevor wir zusammen richtig loszulegen.

Seitdem passiert alles ganz schnell, gleichzeitig und im Fluss. Im Mai 2012 kam der Gewinn beim enorm Sozialunternehmerwettbewerb, damit ein für uns wichtiges Gründungscoaching und Startdarlehen. Dann ging es los: Wir kristalisierten den Stil, in dem wir arbeiteten wollten heraus, begannen mit den ersten Musterteilen, lernten Siebdrucken und so entstand unsere Pre-Collection. Zeitgleich bauten wir unseren Webauftritt nach und nach auf, vernetzten und mit anderen Organisationen und Akteuren der Sozialunternehmer- oder Kreativszene und begannen mit dem Verkauf. Unser erstes versendetes Paket im Oktober, welch Moment 🙂

Jetzt geht es weiter, an vielen Prozessen arbeiten wir noch. Im nächsten Monat fährt eine von uns nach Jocotenango um die Einrichtung und den Aufbau der Nähschule konkret zu planen, es stehen spannende Kooperationen an, und natürlich folgt sehr bald wundervolle neue Mode!!! Es ist und bleibt superspannend. Wir haben im letzten Jahr sehr viel gelernt, voneinander, miteinander. Mal sehen wo und wie wir den zweiten con.hilo Geburtstag feiern!

Saludos, bis ganz bald!

Kathrin & Taty

 

 

2011

Buenos días!

Im Januar 2009 haben ich gemeinsam mit Freunden den Volamos juntos e.V. gegründet. Wir organisieren seitdem entwicklungspolitische Bildungsprojekte mit dem Themenschwerpunkt Lateinamerika und unterstützen Los Patojos in Guatemala. Im Sommer 2011 war es dann endlich soweit und unser 10köpfiges Kernteam machte sich auf das Projektteam, die Kinder und Jugendlichen in Guatemala kennen zu lernen. Wir tauschten uns aus, erzählten, teilten Momente und Ideen und entwickelten neue Projektkonzepte.

Die Idee von der con.hilo Nächschule und dem Modelabel in Deutschland war schon weiter ausgereift. So konnte ich vor Ort eine Bedarfsanalyse durchführen, Kontakte knüpfen und mit dem Team in Jocotenango den Aufbau und Projektverlauf besprechen. Es konnte also losgehen!!!

Vamos pués!

Saludos, Kathrin.

 

2009

Hola otra vez!

2008 habe ich in Erfurt angefangen Förderpädagogik und Lernspychologie zu studieren, schön und interessant, aber theoretisch. Ich musste beim durcharbeiten vieler Theorien immer wieder an Guatemala denken, die Kinder mit denen ich arbeitete, die Kontexte in denen sie lernten und begriff auch welche Chancen wir eigentlich haben, ohne sie wirklich wahrzunehmen.

Meine beiden Semesterferien verbrachte ich in Jocotenango und absolvierte dort meine Praktika, die ich für die Uni benötigte, einmal in einer Grundschule und einmal in einer Förderschule in Antigua, der einzigen öffentlichen im gesamten Bundesland Sacatepequéz. Diese Aufenthalte öffneten mir erneut in vieler Hinsicht die Augen. Auch wuchs in dieser Zeit meine Passion für das Textile. Die Stoffe und traditionellen Webarbeiten aus Guatemala hatten mir schon immer gefallen, aber nun begann ich mich über deren Herstellung, Verarbeitung und oft ungerechte Vermarktung zu informieren…

Fairen Handel gibt es vereinzelt, aber es  sind lediglich Einzelteile, die damit verkauft werden. Im Regelfall wird der Aufwand und die Qualität von Handarbeit, und überhaupt textiler Produktion nicht erkannt. So wie hier.

Des weiteren begannen sich Fragen in meinem Kopf zu formen: Wie kann man im globale Strukturen und Mechanismen fairer gestalten, so dass alle Beteiligten davon profitieren? Und wie kann es sein, dass es für Mädchen meines Alters fast unmöglich ist, sich eine selbstbestimmte, unabhängige und abgesicherte  Zukunft aufzubauen? Ich begann über das Schul- und Ausbildungssystem, sowie die Arbeitssituation in Guatemala zu recherchieren…der Grundgedanke für con.hilo begann zu keimen.

Hasta luego!

Kathrin

 

2007/2008

 

Hola!

Schon während der Schulzeit war für mich klar, dass ich ein Jahr im Ausland verbringen möchte. Meine Eltern waren viel in Lateinamerika unterwegs, sodass ich früh ein großes Interesse und eine große Neugier für diesen Subkontinent entwickelte. Dass die Entscheidung letzendlich auf Guatemala fiel, war Zufall, oder eben Schickal!?

Im Juli 2007, kurz nach meinem Abitur, machte ich mich auf um 10 Monate in Guatemala zu leben, zu lernen und zu arbeiten. Ich hatte Kontakt mit einem sozialen Schulprojekt in Jocotenango, einem Vorort der ehemaligen Hauptstadt Anitgua, aufgenommen. Dort unterrichtete ich Kinder und Jugendliche in verschiedenen Fächern, gemeinsam mit guatemaltekischen LehrerInnen, später auch alleine. Es war für mich eine aufregende und prägende Zeit, die viel veränderte, eigentlich alles. Meinungen, Ansichten, Studienpläne…

In dieser Zeit lernte ich Pablo Romero Fuentes kennen, den Projektleiter des lokalen Gemeindeprojektes Los Patojos (guatemaltekisch für “Die Kleinen”). Ich war überrascht und begeistert von der Arbeit, die das junge guatemaltekische Projektteam dort leistete und von der Mission, die sie umsetzten: Kindern und Jugendlichen ihres Dorfes die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben, fern von den Problemen und Schwierigkeiten die ihre soziale Herkunft mit sich bringen. Los Patojos ist ein Ort, an dem sie frei sein können, ermutigt werden sich auszudrücken, kritisch zu denken, ihre Talente zu entdecken, zu lernen und an sich zu glauben.

Im Mai 2008 kehrte ich nach Brandenburg zurück, ich hatte viel mitgenommen. Unter anderem eine Idee davon wie Pädagogik auch bei uns stärkend und motivierend funktionieren könnte und den Wunsch Förderpädagogik zu studieren…

Ein Lied, das Juan Pablo mit den Kindern aus dem Projekt aufgenommen hatte begleitete mich: 01 Titel 01

Saludos, Kathrin

 

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